endlich Frau !!!

 

Mein kleiner Engel !!!

Das erste, was ich beim aufwachen registrierte, war meine süße, kleine Frau.

Sie hatte sich umgehend auf den Weg zum Krankenhaus gemacht nachdem Sie vom Chefarzt erfuhr, dass ich mich in der Aufwachphase befände.


An die ersten Stunden nach meiner Neugeburt habe ich keine weiteren Erinnerungen.

Ich weiß nur noch, dass ich unendlich glücklich war, dass Sie bei mir war.

Claudia sagte mir später, ich wäre beim ersten Besuch eiskalt gewesen.


Die ersten klaren Gedanken fasste ich erst am nächsten Tag, kann aber trotzdem nicht mehr beschreiben welche genau.

Zu viel durcheinander im Kopf, trotzdem war ich glücklich.


Mein Schatz erschien direkt zu Anfang der Besuchszeit.

Sie erzählte mir, dass die 6-stündige Operation laut Chefarzt ohne Komplikationen verlaufen sei.

Mich selbst davon überzeugen konnte ich davon natürlich noch nicht, da mein Unterleib dick in Verbände eingepackt war.


Gegen Mittag kehrten die ersten körperlichen Empfindungen ein. Aufgrund der Schmerzmittel sollte ich eigentlich noch nichts fühlen, bemerkte aber trotzdem ein immer stärker werdendes Kribbeln in einem Bein.

Es fühlte sich an, als wäre es eingeschlafen.

Nach einigen Stunden informierte ich die Schwester über das immer unangenehmer werdende Gefühl.

Sie informierte den Arzt und kurz darauf erschien ein Pysiotherapeut, welcher mit mir Bewegungsübungen machte.

Ich musste meine Beine in alle möglichen Richtungen bewegen, trotz der noch sehr frischen Wunden.


Das Kribbeln verschwand dadurch tatsächlich, allerdings färbte sich mein Bettlaken nach und nach immer großflächiger von weiß nach rot.


Der herbeigerufene Arzt meinte es wäre normal, das wären nur kleine Nachblutungen.

Claudia und ich waren trotzdem besorgt, vor allem, da der Blutfleck sich bald über die gesamte Breite des Bettes erstreckte.

Die Bettlaken mussten mehrfach gewechselt werden.

Mein Engel blieb so lange sie durfte, machte bei der Schwester und den Ärzten richtig Theater und fuhr irgendwann mit einem sehr mulmigen Gefühl nach Hause.


Da ich noch keine wirklich klaren Gedanken fassen konnte, klingelte abends das Telefon bei meiner Frau.

Der Arzt fragte Sie, ob sie mit einer weiteren Operation bei mir einverstanden wäre, da die Blutung immer noch nicht aufhörten.

Wahrscheinlich wäre es nur ein kleiner Eingriff.


Später erfuhren wir, dass durch die Bewegungsübungen die frisch vernähte Harnröhre abgerissen war und erneut angenäht werden musste.

Der Pysiotherapeut arbeitet seitdem übrigens nicht mehr dort !!!


Danach fühlte ich mich von Tag zu Tag besser und durfte auch bald, bei einem anstehenden Verbandswechsel, das Ergebnis begutachten.

Trotz der Schwellungen sah es für mich toll aus, die ungeliebten Zentimeter waren verschwunden.


Es wird mir in ewiger Erinnerung bleiben, wie der Arzt für einen Gefühlstest kurz an meinen neuen Kitzler schnipste...

Ich stand fast senkrecht im Bett !!!

Er grinste nur und sagte: „Alles perfekt !“


Die erste Woche durfte ich noch nicht aufstehen, noch schlimmer, ich musste die ganze Zeit mit angewinkelten Beinen auf dem Rücken in meinem Stufenbett liegen.

Die einzigen Schmerzen empfand ich im Rücken, und ich sage euch, die waren höllisch !

Aufgrund der Tatsache, dass meine Scheidenhöhle sich Anatomiebedingt sehr nah am Darm befindet und eine Verletzung des Verdauungstraktes nicht ausgeschlossen werden konnte, durfte ich die ersten Tage keine feste Nahrung zu mir nehmen und bekam ausschließlich Hühnerbrühe vorgesetzt.

Morgens Hühnerbrühe, mittags Hühnerbrühe, abends Hühnerbrühe...

Nur Hühnerbrühe...

Ich hasse dieses Wort !!!

Rückwirkend betrachtet, war dies das Schlimmste am Krankenhausaufenthalt.


Nach einer Woche wurde mein Katheter entfernt und ich durfte endlich meine ersten Schritte zur Toilette machen.

Es war ein unbeschreibliches und ungewohntes Gefühl, das erste Mal Pipi als Frau.

Wegen des Stents, den ich in mir tragen musste (eine Art Platzhalter damit die frische Scheide nicht zusammenfällt), spritzte es in alle Richtungen.


Der Hunger würde immer schlimmer und die Schwester informierte mich, ich würde erst feste Nahrung bekommen wenn ich wieder Stuhlgang hätte.

„Wie denn du blöde Kuh“ dachte ich nur, wie soll ich ka.... wenn ich nichts essen darf ?


Mein Engel, die solange es die Besuchszeiten zuließen, immer an meiner Seite war, und ich unternahmen die ersten kleineren Spaziergänge durch das Krankenhaus.

Wir redeten fiel, wir waren beide glücklich das alles gut verlaufen war.

Das einzige Schlimme....

Hunger !!!


Nachdem ich auf dem WC endlich erfolgreich war, bekam ich 2 Scheiben Toastbrot.

Ich habe noch nie in meinem Leben so leckeres Brot gegessen und habe vor Freude geheult ( kein Witz )

Meinem Schatz kamen vor Rührung ebenfalls die Tränen.


Von da an ging es steil bergauf.

Nach ca. 14 Tagen wurden die Verbände entfernt und ich durfte das erste Mal eine Hose anziehen.


Wahnsinn !!!


Da war Stoff auf meiner Haut, an einer Stelle, die nie existiert hat.

Für mich war es immer noch unglaublich !

Wer so etwas nicht selbst erlebt hat, wird sich wahrscheinlich denken, was schreibt die für einen Schwachsinn ?


Nach 3 Wochen durfte ich aufgrund der Nähe zur Klinik nach Hause 😊😊


nur Geduld, es geht bald weiter ;-)

letzte Aktualisierung 16.03.2019